Frauenbündnis gegen Altersarmut

Ziel

Das Ziel des parteipolitisch neutralen Frauenbündnisses besteht darin, das Ausmaß der Armut von Frauen insbesondere im Alter in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Dabei sollen die Bedingungen aufgezeigt werden, die zu Altersarmut insbesondere bei Frauen führen. Mit Blick auf die Bundestagswahl im September will das Bündnis vor allen Dingen deutlich machen, was in Gesellschaft und Arbeitsleben geändert werden muss, um Altersarmut von Frauen in Zukunft zu verhindern, also politische Orientierungshilfe geben – insbesondere für Frauen. 

Die Frauen im Bündnis sind sich einig: Ob Niedriglohn, Teilzeit, Erwerbsunterbrechung oder mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie – diskriminierende Bedingungen im Erwerbsleben führen Frauen in prekäre Beschäftigung mit geringem Einkommen. Darauf folgen Renten, die oft nicht zum Leben reichen. Deshalb sind die Stärkung der gesetzlichen Rente und eine Anhebung des Rentenniveaus dringend erforderlich. Denn ohne den Ausgleich, z.B. für familienbedingte Auszeiten, der nur in der gesetzlichen Rente möglich ist, bleiben Frauen schlicht auf der Strecke. 

Aktionen des Frauenbündnisses

Suppenküche: Armut schmeckt uns nicht

„Altersarmut schmeckt uns nicht!“ – unter diesem Motto lud das Frauenbündnis gegen Altersarmut am Internationalen Frauentag zur Suppenküche in die Bad Kreuznacher Fußgängerzone ein. Mit dieser Aktion machte das Bündnis darauf aufmerksam, dass Armut zunimmt, insbesondere bei Frauen, insbesondere im Alter. Laut DGB-Rentenreport 2017 erhalten drei Viertel der rheinland-pfälzischen Frauen eine Altersrente unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Die liegt aktuell in Rheinland-Pfalz bei 996 Euro.

Die Suppenauswahl richtete sich an verschiedene Zielgruppen. Verantwortliche in der Politik bekamen eine klare Brühe, „damit sie endlich klar verstehen und handeln“. Für Frauen dagegen gab es eine „Suppe mit fetten Gehältern, damit sie endlich das gleiche verdienen wie Männer“. Oder eine „Suppe mit Karrierevitaminen, damit sie verstärkt in Führungspositionen kommen“. Außerdem gab es eine Kraftbrühe für Frauen, die unter Doppel- und Dreifachbelastung leiden und dann im  Alter eine Minirente erhalten, wie Pastoralreferentin Judith  Schwickerath erklärte.

Die Veranstalterinnen werteten ihre Aktion als Erfolg. Einige Frauen kamen gezielt in ihrer Mittagspause zur Suppenküche, weil sie vorher schon darüber gelesen hatten, andere eher per Zufall. Durchweg alle waren interessiert am Thema Altersarmut – viele in der bösen Gewissheit, dass es auch sie treffen wird oder schon betrifft. Es kamen aber auch solche Kommentare: „Ja, was wollen Sie denn schon groß verändern? Oder was kann ich verändern – wir sind ja doch nur ganz klein? Andere müssen das machen.“

Frauenbündnis im Gespräch mit der Ministerpräsidentin

 

 

Der Forderungskatalog ist das Ergebnis des Tribunals gegen Altersarmut von Frauen, zu dem das Frauenbündnis zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März eingeladen hatte.
Die Dokumentation des Tribunals als Langfassung wurde ebenfalls der Ministerpräsidentin überreicht.

Tribunal gegen Altersarmut von Frauen - Auftaktveranstaltung am 8. März

Das Frauenbündnis gegen Altersarmut lud am Internationalen Frauentag ein zum Tribunal gegen Altersarmut von Frauen.
Zeuginnen schilderten im Tribunal die prekäre Situation von Frauen, wie z.B. die Bäckereifachverkäuferin im Minijob, die alleinerziehende Mutter, die Teilzeitkraft ohne Rückkehrmöglichkeit auf eine Vollzeitstelle, die beeinträchtigte Frau, die arbeitslose Hartz-IV-Empfängerin, die schlecht bezahlte Erzieherin und die Lehrerin mit dem x-ten befristeten Vertrag.
Als Richterin fungierte die Vorsitzende des Landesfrauenbeirates Rheinland-Pfalz, Gisela Bill.

Sachverständige legten die Finger in die Wunde, z.B.

  • die Frauenseelsorgerin, indem sie die mangelnde soziale Teilhabe armer Frauen und den permanenten Leistungsdruck anklagt,
  • die NGG-Gewerkschaftssekretärin in ihrem Kampf gegen Dumpinglöhne und prekäre Beschäftigung,
  • die Landesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter mit Blick auf die immer noch mangelhaften Betreuungsmöglichkeiten,
  • die DGB-Landesfrauensekretärin mit dem Ziel, den Sinkflug der gesetzlichen Rente zu stoppen,
  • die Gleichstellungsbeauftragte in ihrem Bemühen, in Gesellschaft und Betrieben überholte Rollenbilder zu überwinden.

Gründung

 

Ende Januar 2017 hat sich in Bad Kreuznach ein Frauenbündnis gegen Altersarmut gegründet.
Mitglieder sind neben der kfd im Dekanat Bad Kreuznach und dem Projekt „inklusiv leben lernen“ auch die Frauengruppen von DGB, IG Metall, NGG und ver.di, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Bad Kreuznach, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bad Kreuznach, die Evangelische Frauenhilfe im Kirchenkreis an Nahe und Glan und die Wohnungslosenhilfe Stiftung kreuzacher diakonie Cafe BUNT.

Ansprechpartnerin Dekanat

Judith Schwickerath
Pastoralreferentin
Poststraße 6
55545 Bad Kreuznach
Tel.:    0671-79468821
Mobil: 0151-11124413
judith.schwickerath(at)bistum-trier.de
 

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